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Montag, 19. April 2010

Chemo, Zyklus3, Woche 3-4

Heute (Montag) ging es mir unglaublich gut, obwohl ich "schon" um 8:30h aufgewacht bin! Nach dem Frühstück bin ich zum Krankenhaus gefahren, um mir bestätigen zu lassen, dass ich wirklich krank bin (Weil ich einen Antrag auf Unterstützung von der deutschen Krebshilfe stellen will, muss ich logischerweise nachweisen, dass ich Krebs habe). Beim Sozialdienst der Klinik ist mir dann aufgefallen, dass die Zettel, die ich ein paar Tage vorher eingepackt habe, keine Nachweise über meine Einkünfte und Ausgaben, sondern nur irgendwelche Briefe aus meinem Aktenordner waren. Peinlich... wer weiß, was ich mir beim Einpacken gedacht habe, offensichtlich nicht besonders viel.

Nach meinem letzten Eintrag habe ich mit meiner Freundin auf Einladung von meinem Onkel ein luxuriöses Wochenende in München verbracht. Gutes Essen, die Familie treffen, Übernachtung im 5*-Superior Hotel ...
Eine willkommene Ablenkung, bevor es am 12.04.2010 die nächste Dosis ABVD gab. Erst wurde aber noch ein Herz-Echo gemacht, Doxorubicin ("Red Death") bricht gelegentlich Herzen und weil ich dicke Beine und hohen Blutdruck hatte, wollte meine Ärztin sichergehen, dass mein Herz noch nicht gebrochen ist.
Das Herz-Echo wird übrigens im Allgemeinen nicht durch die Speiseröhre gemacht, sondern anscheinend nur, wenn auf dem "von außen" gemachten Herz-Ultraschall irgendwas verdächtig scheint... ich hatte mir schon Sorgen gemacht.
Der Kardiologe hat mir übrigens Komplimente für mein "schönes Herz" und meine schlanke Gestalt gemacht - nach seiner Aussage haben seine Patienten sonst mindestens 20kg Übergewicht. Na da ging's mir aber gut!

Die Tage nach der Chemo waren unschön, Übelkeit und Kopfschmerzen haben sich etwas länger gehalten als letztes Mal. Samstag ging es wieder gut, abends wurde gegrillt und Sonntag haben wir mit den Nichten und Neffen (3, 8 und 8 Jahre) von meiner Freundin Drachen steigen lassen.

Freitag, 9. April 2010

Update...

Ich habe gerade festgestellt, dass sich mein letzter Eintrag etwas negativ liest. Inhaltlich ist das zwar alles richtig, aber es ist nicht so dramatisch, wie man vermuten könnte, die Stimmung ist (heute) gut, ich habe (im Moment) keine Schmerzen und die dicken Beine merke ich nur wenn ich still stehe - und das sollte man ja sowieso tunlichst unterlassen!
Gestern war tatsächlich ein ziemlich antriebsloser Tag, ab und zu fühle ich mich, als hätte ich das Fatigue-Syndrom, an anderen Tagen (z.B. heute) fühl ich mich richtig motiviert irgendetwas sinnvolles zu tun. Allerdings vergeht zwischen dem Gedanken und der Tat trotzdem meistens noch 'ne Menge Zeit... an schlechten Tagen sitz ich 20 Minuten in der Dusche und lass mir Wasser über den Rücken laufen, bevor ich mich dann aufraffe, mich mal einzuseifen. Und genau so saß ich gestern auch am Schreibtisch in meinem bequemen Sessel, hab mich stundenlang sinnlos durchs Internet geklickt und mir fest vorgenommen, dann aber bald mal aufzustehen!