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Montag, 19. März 2012

recap kw11

Schönwetter-Demonstranten ... zum Kotzen!
...erst gut, oder erst schlecht? oder bunt gemischt? Chronologisch!
- 12.03. Kontrolle in der Klinik, eigentlich alles ganz entspannt und nach dem x-ten Mal sollte man meinen, dass man sich dran gewöhnt... trotzdem immer wieder ein insgesamt eher unangenehmer Gang. Außerdem hat sich beim Ultraschall irgendein asozialer alter Sack vorgedrängelt, so dass ich unnötigerweise eine Stunde länger auf dem Flur rumgesessen habe.
+ 15.03. Zwei charmante Psychologinnen haben uns besucht, weil wir an einer Studie für die José Carrera-Stiftung teilgenommen haben... es ging um Kinderwunsch und allgemeine Lebensqualität von jüngeren ex-Krebspatienten.
+ 16.03. Bei allerbestem Wetter (siehe Foto) gegen einen der vielen Chemnitzer Naziläden demonstriert. Insgesamt eine hübsch-bunte Veranstaltung. Etwas geschmälert wurde der positive Gesamteindruck von einer offensichtlich überforderten Antifa-Rednerin, die sicher viel zu sagen hatte (und sicher auch manches Richtige, Wichtige), die sich aber in ihren extremismustheoretischen Haarspaltereien etwas verheddert hat...
+ 17.03. St.Patrick's Day - wurde genutzt, um mit den alten Nachbarn aus Studentenwohnheimszeiten einen gemütlichen Abend zu verbringen. Dabei wurde ich auf einen offensichtlich gnadenlos unterschätzten Film gestoßen - I LOVE YOU, MAN. Großartig!

Also: Gute Woche!

Montag, 30. Januar 2012

S21

S21 - das hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Ein relativ spontanes Treffen (29.01.) mit Herrn Breuer, meinem alten Freund aus sorglosen Chemnitzer Tagen, hat es mir ermöglicht, die Situation vor Ort einmal selbst unter die Lupe zu nehmen.
Mitsamt der echten, schwäbischen Wutbürger.
Sehr eindrucksvoll!

In letzter Sekunde - heute (30.01.) begannen die Abrissarbeiten am Südflügel.

Mittwoch, 24. November 2010

Filme

Oh ja! Gerade auf der Suche nach tollen Filmen für 2011 hab ich diese zwei Kandidaten gefunden - Rango und Suckerpunch.


Rango - eine schwermütige Echse auf der Suche nach Abenteuern und Freiheit.



Suckerpunch - Maschinengewehre, Zeppeline, Samurais, leichtbekleidete junge Damen, Explosionen, Doppeldecker-Kampfflugzeuge, Drachen, Zeitlupen-Schwertkämpfe in 1. Weltkriegs-Schützengräben, Kampfhubschrauber, B52-Bomber... Story? Keine Ahnung!

Freitag, 29. Oktober 2010

werbung

mittwoch: schule, mit der lieben Liese zur Lesung von der lieben Anne im Esperanto ... schönes Sommer-Sonne-Freiheit-Buch, und das Esperanto macht unglaublich gute Milchshakes (Erdnuss-Honig!).
donnerstag: schule, Friseur, Marcel B in Chemnitz, netter Mensch (und ich seh wieder gut aus)! Kino
freitag: schule, rumhängen, Kartoffel-Kürbis-Gratin gekocht (lecker), Letzte Instanz-Konzert, weil Liese die so gerne mag.
p.s. auf der Rückfahrt bei Burger King (Glauchau, Auffahrt A4) am DriveIn in ranzigem Fett frittierte Pommes gekauft. Ich war leider - wie immer in solchen Fällen - zu faul zum Reklamieren.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Hamburg

Ein Wochenendbesuch bei meiner Tante in Hamburg, Hafen, König der Löwen, Schiff gefahren, Alster, Reeperbahn, Kaffeetrinken bei Oma mit Tanten und Cousin.

Sehr gut.

Mehr Fotos gibts hier.






Donnerstag, 23. September 2010

Modernist Cuisine

Es ist vielleicht ein etwas ungünstiger Zeitpunkt, um Werbung für Kochbücher zu machen (wo ich doch zur Zeit fast nichts schmecke), aber DAS hier scheint mir eine neue Bibel für die Küche zu werden.
Ich dachte ja, dass mein sensationelles neues Fleisch-Kochbuch (Das große Buch vom Fleisch, gibt's auch für Fisch, Saucen, Meeresfrüchte und Wild bei GU) das höchste der Gefühle wäre, aber dann twittert das WIRED-Magazin ganz beiläufig, dass ein Ex-Microsoft-Entwickler ein 2400-Seiten Kochbuch in sechs Bänden für 450€ veröffentlicht, an dem er seit Jahren arbeitet. Von Warenkunde, Geschichte des Kochens, über Mikrobiologie, "Molekularküche" bis zu Rezepten und einem Küchenhandbuch auf wasser- und reißfestem Papier enthält "Modernist Cuisine" anscheinend alles, was man wissen und haben will.
Übrigens wurde schon vor einem Jahr ein Preview-Video veröffentlich und das Buch als 1500 Seiten, bzw. 3 Bände stark angekündigt, man darf also gespannt sein, ob das Buch jemals veröffentlicht wird, oder ob sich bis nächstes Jahr die Anzahl der Bände wieder verdoppelt hat. Aktuell ist man anscheinend dabei, die 2400 Seiten Korrektur zu lesen.

Samstag, 21. August 2010

Bestrahlung #4

  • Heute früh um 8:10h gab's die vierte Bestrahlung - ich merke nach wie vor keine Nebenwirkungen. Evtl. ist das leichte Brennen im Bereich Luftröhre-Bronchien eine Folge der Bestrahlung, kann aber auch mit meiner Erkältung inkl. Husten zusammenhängen. Es geht mir gut.
  • Heute abend gab's auf der ausgegrabenen Küchwaldbühne feines Laientheater - Momo von Michael Ende. Schön zu sehen, was ein Idealist mit vielen Freiwilligen alles leisten kann, also an alle Chemnitzer: Tickets kosten 4-6€ im Vorverkauf und das Stück wird bis anfang September gespielt.
  • Der großartige Christof Schlingensief ist gestorben. Wirklich schade um diesen liebenswerten Querulanten, der schon immer mit großer Leidenschaft und ohne Rücksicht auf Verluste polarisiert und provoziert hat. Heute abend starb er an dem Lungenkrebs, der ihn seit 2008 begleitet hat.

Sonntag, 8. August 2010

Raving Rabbid

Neben der Zucht von Pflanzen und dem Ärger mit einem Arzt, habe ich in letzter Zeit ein bisschen Zeit damit verplempert, einen der berüchtigten Rabbids aus Rayman Raving Rabbids in schrecklichem Rosa auf die Leinwand zu bannen. Wenn's gefällt, kriegt die Nadl das Ergebnis, wenn sie demnächst in unserer Nachbarschaft eine Wohnung bezieht.

Ach ja, Montag geht die Schule wieder los. Wie gut, dass die 3 Wochen Bestrahlung nicht in den 6 Wochen Ferien stattgefunden haben, sondern jetzt, in der ersten Woche nach den Ferien langsam losgehen.

Donnerstag, 5. August 2010

Langeweile...

Nix zu tun gehabt, also habe ich ein bisschen mit html und css rumgewurschtelt - so sieht das Ergebnis in Opera aus:

So sieht es im Firefox aus:






Das sagt Googles Chrome dazu:



Nur der Marktführer von Microsoft interpretiert die Seite so:

Donnerstag, 8. Juli 2010

Disziplin ... und Exzesse

Vor einem Monat wurde ich mit Thrombose aus dem Krankenhaus entlassen ...
Am Entlassungstag fing das jährliche Open Air "meines" Studentenclubs an, drei Tage Kino, bis spät in die Nacht aufräumen und hinterher den Erfolg zusammen begießen... eine Woche später: Sommerfest an der Uni, an Wochenenden mit Freunden gefeiert, geraucht und getrunken, WM - Siege und Niederlagen sämtlicher Mannschaften gefeiert...
Abgesehen von den zwei Spritzen täglich ging es mir so gut wie seit vier Monaten nicht mehr. Keine Müdigkeit, keine Übelkeit, keine Schmerzen, kein rumhängen im Bad und auf's Kotzen warten. Da muss man ja übermütig werden. Ich bin ziemlich übermütig geworden.
Es waren etwa zwei Wochen und ich habe die Exzesse genossen... seit dem bin ich wieder schrecklich vernünftig, kein Alkohol, gesundes Essen, mäßige Bewegung, viel Lernen... wie langweilig!

p.s. ich habe trotzdem meinen Spass! :)

Freitag, 2. Juli 2010

To Do-Liste

Weil die Therapie sich langsam dem Ende nähert, habe ich mal zwei Minuten überlegt, was ich denn danach unbedingt noch erleben will - die Liste ist momentan noch überschaubar, aber es sind ein paar zeitaufwändige Projekte dabei:
Für weitere gute Vorschläge bin ich jederzeit zu haben!

Die Beschissenheit Der Dinge

Ha... Beschissenheit der Dinge... der schreibt bestimmt über einen weiteren miesen Tag in seiner miesen Krebs-Geschichte!
Nein falsch! Es geht um den großartigen Film "Die Beschissenheit Der Dinge", nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst, den man unbedingt anschauen sollte, wenn man keine Angst vor der traurigen Realität hat.
Gunther Strobbe wächst irgendwo in Belgien in den 80ern, im Haus seiner Großmutter, mit seinem Vater und dessen drei Brüdern auf. Die Mutter hat schon lange aufgegeben, ihren vier Söhnen das Saufen und Rauchen abzugewöhnen und so wirkt neben den Strobbes die berüchtigte niederländische Assi-Familie Flodder fast schon sympathisch harmlos. Das Leben der Strobbes dreht sich um immer neue Trinkspiele, Nackt-Rad-Rennen und Roy Orbison, der sowas wie das Idol der Familie ist.
Das Ganze ist manchmal saukomisch, manchmal zum heulen und sehr oft völlig absurd, damit die Geschichte nicht allzu hoffnungslos endet, gibt es sogar sowas ähnliches wie ein Happy End.
Neben den ganzen super-soften, romantischen Coming-of-age Geschichten mit denen in den letzten Jahren die Kinos geflutet wurden, ist "Die Beschissenheit Der Dinge" eine willkommene, fast schon dokumentarische Abwechslung.

p.s. Das ist Belgisches Kino, das heißt: der Film ist dreckig, roh und mit einem ganz fürchterlich schwarzen Humor.

Dienstag, 29. Juni 2010

Nachtmystium - Addicts: Black Meddle Part II

Mal wieder was völlig anderes... eigentlich kein Hodgkin-Blog-Eintrag.
Was ich schon lange wusste, schreibt jetzt auch der Spiegel - die Band mit dem albernen Namen "Nachtmystium" hat am 8.6.2010 ihr neues Album "Addicts: Black Meddle Part II" veröffentlich, also hab ich's schnell bei Amazon DRM-frei runtergeladen.
Wie schon bei "Part I" wird es immer rockiger, elektronischer, psychedelischer aber immer noch schön dreckig. Die Referenzen zu Pink Floyd finden sich nicht nur im Albumtitel, sondern auch in der Musik, insgesamt hört man viele Anspielungen auf die 70er Jahre (nicht Disco und Funk, die anderen 70er!).
Hier noch ein Titel aus dem vorigen Album - während der Chemo lief das Lied oft in der Endlosschleife, weil ich fand, dass es genau die Stimmung hat, die ich auch nach den Infusionen oft hatte - langsam, breit, krank, dreckig...

Mittwoch, 16. Juni 2010

News - Mann wirft Welpen auf Hells Angels

Weil's einfach so großartig ist, verbreite ich diese seltsame News aus Bayern hier - hat allerdings überhaupt nichts mit mir oder Hodgkin zu tun.
Der Merkur (wahrscheinlich irgendein regionales Käseblatt) brachte diese sensationelle Nachricht:

Allershausen - Das dürfte den Hells Angels auch noch nicht passiert sein: Ein 26-Jähriger fuhr auf das Gelände des Motorradclubs bei Allershausen, ließ seine Shorts runter und warf einen Hundewelpen nach den Männern. Dann flüchtete der Student mit einem geklauten Radlader.

Natürlich sowohl für die Hells Angels, als auch für den Hundewelpen eine eher unerfreuliche Geschichte, der Student dürfte sich mit dieser Aktion aber die wohl skurrilste News 2010 gesichert haben. Dafür also von mir ein großes Dankeschön, ich muss immernoch laut lachen, wenn ich mir die Szene bildlich vorstelle!

Die wichtige Neuigkeit hat es bis zur internationalen Nachrichtenagentur Reuters geschafft, dort zu finden in der Kategorie "oddlyenough" (ziemlich schräg).

Freitag, 11. Juni 2010

WM 2010

Waka Waka!
Nun ratet mal, wer hier den weltbesten WM-Helm besitzt? Kommt ihr nie drauf, deswegen verrat' ich es... Ich bin es! Diese herrliche Mütze hat meine herzallerliebste Freundin Nadl in Kooperation mit ihrer Mutter gefertigt, für dieses Meisterwerk mussten also nicht mal kleine Kinder in Sweatshops in Bangladesh oder sonstwo leiden - deswegen sage ich vielen Dank!
Übrigens hat Südafrika grad ein gutes Spiel geliefert, Tshabalala hat Südafrika in Führung gebracht, aber Mexiko konnte noch rechtzeitig ausgleichen... schade! Die verrückten Fans haben von Anfang bis Ende wie verrückt auf ihren Tröten rumgetrötet... die gibt's doch sicher auch an irgendwelchen Tankstellen zu kaufen, oder?

Mittwoch, 28. April 2010

Chemo, Zyklus4... immer noch nicht

Heute früh war ich wieder mal zur Blutuntersuchung - das Ergebnis: Leukos zu niedrig, nächsten Montag wird ein neuer Versuch unternommen. Damit es Montag dann auch wirklich klappt, habe ich wieder 5 sündhaft teure Neupogen-Spritzen bekommen, da sollten die Leukos ruckzuck wieder nach oben schießen.
Weil ich sowieso grad unterwegs war und es mir wegen der ungewohnt langen Pause mal wieder richtig gut geht, bin ich nach dem Krankenhaus noch in die Schule gefahren und habe meine lieben KlassenkameradInnen und Lehrerinnen besucht.

Sonntag, 25. April 2010

Wochenende!

Bevor morgen die Chemo weitergeht und es mir wieder ein paar Tage ziemlich dreckig gehen wird, habe ich bei feinstem Wetter ein schönes Wochenende mit viel Ablenkung verbracht.
Samstag war ich auf einer Geburtstagsfeier unter dem Motto "Schnapszahlen und scheiße aussehen" - da ich sowieso schon eine Glatze habe und kaum jemand "scheißerer" aussieht, als ein Nazi, habe ich mich mit geringem Aufwand als Nazi verkleidet. Außerdem haben Nazis ein ziemlich kindisches Faible für Zahlencodes, wodurch dann 88 als "Code" für "Heil Hitler!" entstand - Schnapszahl!! Foto folgt, sobald ich von den anderen anwesenden Gästen ein vorzeigbares Bild von mir ergattern konnte. Die Party war für mich ziemlich schnell gelaufen, um 22:00h bin ich schlafen gegangen - trotzdem war es sehr lustig!
Sonntag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück beim Geburtstagskind (übrigens die liebe Freundin, die mir auch den Kopf geschoren hat) zur Familie meiner Freundin, wo ich auf dem Balkon in der Sonne gesessen und gelesen habe...

Übrigens: Als ich meinen Blog gegoogled habe, habe ich entdeckt, dass Ladina vom Forum der schweizer Krebsliga meine Blog in ihre Linkliste aufgenommen hat - vielen Dank dafür!

Freitag, 19. März 2010

Die andere Seite der Medaille...

Nachdem ich ja ständig von Übelkeit, Schwäche, Medikamenten und anderen unschönen Dingen schreibe, kommt hier eine vorläufige Liste der besten Nebeneffekte von meinem Krebs. Schließlich haben wir in Medizinsoziologie gelernt, dass eine Krankheit auch positive Auswirkungen auf den Patienten haben kann und dass es im Lauf einer Erkrankung immer auch um die individuelle Befindlichkeit und Wahrnehmung geht.
  • Ich habe plötzlich so viel Zeit - ich lese viel mehr Bücher, ich höre viel mehr Musik, ich spiele viel mehr Videospiele. Und das beste ist: keiner sagt, man würde Zeit mit sinnlosen Dingen verplempern.
  • Viel mehr soziale Kontakte - Freunde und Familie rücken unglaublich zusammen. Man hilft sich gegenseitig, motiviert sich, gibt sich Kraft. Und ich habe plötzlich wieder Kontakt zu alten Freunden, mit denen ich seit Monaten, oder Jahren nichts mehr zu tun hatte.
  • Weniger Zeit im Bad - früher habe ich mindesten 15 Minuten länger im Bad gebraucht, um meine langen Haare zu trocknen, heute wisch' ich mir einmal mit dem Handtuch über die Glatze und bin fertig.
  • Bei den Mädels erwacht der Mutterinstinkt - man wird betüdelt, was auch mal ganz angenehm sein kann.
  • Geschenke!!! - Hier kommen ständig Päckchen von lieben Menschen an, die mir leckeres Essen, Bücher, Filme, Noten und gute Wünsche schicken. Vielen Dank dafür!
  • Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, im vollbesetzten Bus einen Sitzplatz zu belegen.
  • Ich bin viel gelassener - was interessiert mich der inkompetente, korrupte Westerwelle, früher hätte ich mich tierisch über den aufgeregt. Heute denke ich mir, "solche Luftnummern kommen und gehen, davon lass ich mir doch den Spass nicht verderben"... oder das schrecklich miese Spiel des HSV seit Wochen, eigentlich kaum zu ertragen, aber was soll's, spielen sie halt nächste Saison nicht im europäischen Wettbewerb, davon geht die Welt nicht unter. Oder die Katze, die ständig meine Pflanzen abkaut und dann in die Wohnung kotzt - wird's halt wieder aufgewischt, ich hab ja auch schonmal irgendwo hingekotzt, passiert halt mal.
Also... so schlecht geht's mir gar nicht! Die Liste wird gegebenenfalls mal aktualisiert...

Sonntag, 7. März 2010

Chemo, Zyklus1, Tag18-21

Tag21 (Sonntag) - GLATZE!!!

Morgens habe ich mir von der Freundin den Hinterkopf rasieren lassen - damit der alte Schädel endlich wieder einen einheitlichen Look hat. Den Tag hab ich mit Mütze, Schal und Decke auf dem Sofa verbracht, damit der Schnupfen bis Morgen zur Chemo etwas nachlässt.
Keine Schmerzen, nur Schnupfen und Müdigkeit.
Morgen früh geht's zur Chemo, nachmittags werde ich völlig breit rumliegen und abends werde ich wieder kotzend im Bad hängen... na wenn das kein Grund zur Vorfreude ist.

Tag19-20 (Freitag, Samstag) - Besuch aus der Heimat

Mein großer Bruder und meine Schwester haben mich besucht, die Nadl war auch nur ein paar Stunden da, die meiste Zeit haben wir Rayman Raving Rabbids TV-Party gespielt - anstrengend, aber lustig!
Samstag haben wir noch einen kurzen Ausflug zu den Greifensteinen im Erzgebirge gemacht. Die Stufen auf die Aussichtsplattform habe ich mit Müh' und Not geschafft, und lang sind wir nicht draußen geblieben, weil es kalt und windig war - trotzdem gut, mal wieder ein bisschen raus zu kommen. Auf dem Rückweg haben wir einen kurzen Stopp bei der Familie von meiner Freundin gemacht, Kuchen essen und die kleinen Nichten und Neffen mit meiner neuen Frisur erschrecken - gute Sache!

Tag18 (Donnerstag) - ...müde

Geschlafen... Ich habe mir eine ziemlich heftige Erkältung eingefangen, die ich bis Montag zur nächsten Runde der Chemo wieder loswerden muss - deswegen musste ich die letzten Tage zuhause verbringen. Zum Glück hatte ich noch eine Simpsons-Staffel auf DVD, die ich noch nicht gesehen habe - das hat mich ein paar Stunden beschäftigt.

Samstag, 27. Februar 2010

Chemo, Zyklus1, Tag11-13

Tag13 (Samstag)
Freundin musste um 5:00h aus dem Haus, kurz danach setzen die angekündigten Knochenschmerzen (Nebenwirkung der Neupogen) ein. Still liegen ist am besten, dann merkt man fast nichts davon und bis zum Mittag waren die Schmerzen fast wieder verschwunden.

Tag12 (Freitag)
Aufgewacht, schwach, müde, etc. - Ohrenschmerzen sind immernoch da. Zu hause geblieben, geschlafen, Resident Evil 4 auf der WII gespielt (früher waren Shooter auf der Konsole ein Krampf, mit der WII-Steuerung kommt wirklich gutes Lightgun-Feeling auf!).
Nachmittags Pfannkuchen mit Pilzrahmsauce gemacht, mit Sahne, Butter, Käse und noch etwas Butter - den restlichen Pfannkuchenteig mit Orangenschokolade gemischt, einen passenden Nachtisch mit viel Kalorien bei geringem Aufwand.
Abends die letzte Neupogen-Spritze selber gesetzt, weil die Freundin schon eingeschlafen war.

Tag11 (Donnerstag)
Aufgewacht, schwach, müde, zittrig, Mund tut weh, Ohrenschmerzen, Laune ist schlecht. Tabletten genommen, Laune ist immer noch schlecht. Auf 12:30h in die Schule gefahren, Klausur geschrieben - lief ganz gut, Laune ist besser, wieder nach hause gefahren. Komischerweise war ich trotz schlechter Vorbereitung vor der Klausur kein bisschen aufgeregt und hinterher vollauf zufrieden mit dem, was ich geschrieben habe... da verschieben sich durch den Krebs anscheinend gerade meine Prioritäten, bzw. bin ich nicht mehr gewillt, mich über "Nebensächlichkeiten" aufzuregen.
Ich benutze jetzt mehrmals täglich Ampho-Moronal und bilde mir ein, dass sich mein Mund damit besser anfühlt.
Ich hoffe mal, dass ich mir keine Mittelohrentzündung geholt habe, im Unterricht saß ich die letzten zwei Tage ohne Mütze und auch nachts habe ich Mütze und Schal nicht getragen, vielleicht war das etwas riskant.
Nachmittags habe ich Grießbrei gekocht und mich etwas geärgert, dass ich bisher für 0,69€ die unglaublich leckeren Grießtöpfli von Emmi gekauft habe, wenn ich für ein paar cent in 10Minuten einen fast genauso leckeren Grießbrei in rauhen Mengen selber herstellen kann. Dazu Pfirsiche aus der Dose, lecker, "weich" und sehr angenehm bei kaputter Schleimhaut.