Posts mit dem Label nebenwirkungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label nebenwirkungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. September 2010

Das ist ja geschmacklos!

Hurrah, schon mehr als eine Woche ohne Krankenhaus!
Aber die Bestrahlung wirkt länger nach als die Chemo, ich habe immernoch Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und am schlimmsten - ich schmecke fast nichts. Alles schmeckt furchtbar fad. Bei Heringssalat schmeck ich die Zwiebeln und den Dill, bei Döner schmeck ich ein bisschen was vom Fleisch, Wein schmeckt nach überhaupt nichts, Salbeitee schmeckt auch mit viel Honig irgendwie salzig und wenn ich was scharfes esse merke ich hinterher, dass der Mund brennt.
Aber immerhin sind die Schleimhäute wieder regeneriert - ich kann also wieder alles essen und trinken!

Samstag, 4. September 2010

Bestrahlung #14

Na endlich sind die Nebenwirkungen richtig angekommen - meine linke Wange sieht innen etwas mitgenommen aus, 5-6 offene Stellen. Am Dienstag in der Sprechstunde hat mir der Arzt ein Schmerzmittel verschrieben (ein Gel, das man einige Zeit im Mund behalten und dann schlucken soll), damit war dann mein Rachen und die hintere Zunge taub, aber die Schmerzen in der Wange hatte ich weiter.
Ein paar Tage später habe ich mir eine Mundspülung (Glandomed) in der Apotheke geholt, das ist immerhin eine kleine Erleichterung - Essen beschränkt sich zur Zeit auf Pudding, Grießbrei, Tiramisu und Frischkäse - so komme ich mit wenigen Löffeln auf genug Kalorien.
Übrigens kann man bei kaputter Mundschleimhaut wunderbar kalten grünen Tee trinken - fast alles brennt tierisch, aber grüner Tee ist sehr angenehm.

Freitag, 27. August 2010

Wenn man vom Teufel spricht...

Gestern hab ich noch geschrieben, dass ich kaum Nebenwirkungen merke - heute früh wache ich mit ziemlich geschwollener und wunder Mundschleimhaut im auf. Im Lauf des Tages ist die Schwellung immerhin schon etwas zurückgegangen, direkt nach dem Aufwachen hatte ich einen Sigmatismus lateralis - sehr passend für einen angehenden Logopäden!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Disziplin ... und Exzesse

Vor einem Monat wurde ich mit Thrombose aus dem Krankenhaus entlassen ...
Am Entlassungstag fing das jährliche Open Air "meines" Studentenclubs an, drei Tage Kino, bis spät in die Nacht aufräumen und hinterher den Erfolg zusammen begießen... eine Woche später: Sommerfest an der Uni, an Wochenenden mit Freunden gefeiert, geraucht und getrunken, WM - Siege und Niederlagen sämtlicher Mannschaften gefeiert...
Abgesehen von den zwei Spritzen täglich ging es mir so gut wie seit vier Monaten nicht mehr. Keine Müdigkeit, keine Übelkeit, keine Schmerzen, kein rumhängen im Bad und auf's Kotzen warten. Da muss man ja übermütig werden. Ich bin ziemlich übermütig geworden.
Es waren etwa zwei Wochen und ich habe die Exzesse genossen... seit dem bin ich wieder schrecklich vernünftig, kein Alkohol, gesundes Essen, mäßige Bewegung, viel Lernen... wie langweilig!

p.s. ich habe trotzdem meinen Spass! :)

Samstag, 26. Juni 2010

verrücktes Zeug!

Dienstag hat mir eine freundliche Ärztin erzählt, dass in meiner Lunge irgendwas Thrombosen-ähnliches gefunden wurde - vermutlich aber nichts arg schlimmes, weil wenn's schlimm wäre, hätte ich Schmerzen, Atemnot und/oder Schwindelgefühl.
Mittwoch bin ich früh aufgewacht und dachte "komisch, ich krieg nicht genug Luft" - also hab ich mehrmals tief Luft geholt. Es kam aber nicht das Gefühl, das man normalerweise hat, wenn man Luft holt und wieder Sauerstoff ins Blut kommt, sondern es fühlte sich eher an, als würde ich die Luft anhalten. Eine immer drängendere, unangenehme Beklemmung... ich habe schon überlegt, Liese (Freundin) zu wecken, damit sie mich schnell ins Krankenhaus fährt, mir wurde auch langsam ziemlich schwindelig.
Um nicht in Panik zu geraten wollte, habe ich mich hingesetzt und langsam über das Problem nachgedacht - mit dem Ergebnis, dass ich mir eigentlich ziemlich sicher war, dass die Auswirkung einer Thrombose nicht dann auftritt, wenn man von der Thrombose weiß, sondern dann, wenn die Thrombose auftritt. Seitdem kann ich ohne Probleme atmen und wenn man nicht ständig übertrieben tief Luft holt, wird einem auch nicht schwindelig.
Verrücktes, psychogenes Zeug - ähnlich wie die Übelkeit vor der Chemo, die plötzlich weg war, als die Chemo verschoben werden musste.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Thrombosen!

Dienstag (22.06.2010) war mal wieder großes Restaging angesagt, um herauszufinden, wieviel Tumor noch übrig ist und wieviel Bestrahlung ich dann irgendwann bekomme. D.h. früh um 7:30h antreten zum Blut abnehmen und dann die große Runde durch's Krankenhaus drehen - Ultraschall von oben (Hals) bis unten (Leiste), CT (Brust und Bauch) und EKG.

Vorläufiges Ergebnis der ganzen Tour: Der Tumor sieht ganz gut aus, die Ärztin schien zufrieden zu sein, die Lymphknoten, die per Ultraschall geprüft wurden sehen alle normal aus, aber in der Lunge wurde wohl sowas wie eine kleine Thrombose entdeckt. Die Ärztin meinte, wenn es schlimm wäre, hätte ich das gemerkt (Luftnot, Schmerzen, Schwindel, etc.). Jetzt wurde erstmal wieder die Zahl der blutverdünnenden Spritzen verdoppelt (jetzt wieder 2x tägl.) und man hofft, dass sich der Thrombus so wieder auflöst.

Die genauen Ergebnisse der Untersuchung, vor allem, wie das Lymphom jetzt genau aussieht und was davon noch übrig ist, bekomme ich nächsten Dienstag, bei der ausführlichen Auswertung. Bis dahin ist dann auch meine geschätzte Onkologin aus dem Urlaub zurück.

Freitag, 11. Juni 2010

Ironie?

Die Chemo ist beendet und die Haare wachsen wieder... und was lese ich bei meinem Enoxaparin (zur Blutverdünnung) als Nebenwirkung? - Natürlich Haarausfall!
Zum Glück steht Haarausfall nur in der Kategorie "sehr seltene Nebenwirkungen" (weniger als einer in 10.000 Patienten betroffen), zusammen mit Blutungen mit tödlichem Ausgang und Dauererektion, ich hoffe mal, dass ich von allen drei verschont bleibe!

Dienstag, 8. Juni 2010

Thrombose

Am 27.05. ging es los, dass ich beim Laufen und beim Strecken des linken Beins starke Schmerzen hatte. Das ganze fühlte sich an wie ein Krampf, der nicht mehr verschwindet - weil ich im Laufe der Chemo schon öfter mal länger dauernde Krämpfe in sämtlichen Muskelgruppen hatte, dachte ich mir nichts böses, habe Magnesiumbrause getrunken und abgewartet.
Beim sonntäglichen Besuch bei der Schwiegermutter (und Hausärztin) wurde das immernoch stark schmerzende Bein vorgeführt und die Schwiegermutter hat festgestellt, dass die linke Wade ca. 4cm dicker als die rechte war - sie hat mich sofort ins Krankenhaus geschickt, weil sie schon eine Thrombose vermutete. In der Notaufnahme wurde ich sehr freundlich empfangen, anscheinend war am Sonntag Abend nichts los, jedenfalls kümmerten sich in der halben Stunde 2 Ärzte und 3 PflegerInnen um mein Bein, bevor ich dann in die stationäre Abteilung von meiner altbekannten Krebs-Station gebracht wurde.
Am Montag wurde nochmal per Doppler-Sonographie (läuft wie eine ganz normale Ultraschalluntersuchung ab - eine der angenehmeren Untersuchungen!) bestätigt, dass ich tatsächlich eine tiefe Beinvenenthrombose habe. Das heißt, dass in einer tiefer gelegenen Beinvene ein Blutgerinnsel sitzt, das dafür sorgt, dass weniger Blut durch die Vene fließt. Das Blut wird gestaut und weicht durch die oberflächlicheren Venen aus, wodurch diese geweitet werden können und es kann zur Bildung von Krampfadern kommen.
Das ist erstmal nicht arg schlimm, ich bekomme jetzt jeden Tag eine Spritze zur Blutverdünnung, wodurch der Thrombus wieder abgebaut werden soll, und muss außerdem Kompressionsstrümpfe tragen, um die Krampfadern zu verhindern.

Nachtrag: Weil keiner so recht wusste, wieso ich mit meinen mehr oder weniger knackigen 26 Lenzen schon eine Thrombose habe (der Chefarzt war sich relativ sicher, dass es nicht an einer Schwangerschaft liegen kann), muss die Ursache natürlich auch erstmal geklärt werden, bevor es mit der eigentlichen Tumorbekämpfung weitergehen kann. Wenn das so weitergeht, werden wir dieses Jahr nicht mehr fertig!

Freitag, 4. Juni 2010

Update...

Chemo ist beendet, danach kam eine Venenentzündung, eine Mandelentzündung und eine Thrombose...
nach ein paar Tagen im Krankenhaus und im Rollstuhl springe ich nun wieder wie ein junger Gott durch das schöne Chemnitz - ich bin zwar etwas entstellt durch Kompressionsstrümpfe, aber die sind ja für einen guten Zweck.
Nächsten Freitag steht die nächste Sprechstunde an, mal sehen, wie und wann es dann mit Bestrahlungen weitergeht.

Montag, 19. April 2010

Chemo, Zyklus3, Woche 3-4

Heute (Montag) ging es mir unglaublich gut, obwohl ich "schon" um 8:30h aufgewacht bin! Nach dem Frühstück bin ich zum Krankenhaus gefahren, um mir bestätigen zu lassen, dass ich wirklich krank bin (Weil ich einen Antrag auf Unterstützung von der deutschen Krebshilfe stellen will, muss ich logischerweise nachweisen, dass ich Krebs habe). Beim Sozialdienst der Klinik ist mir dann aufgefallen, dass die Zettel, die ich ein paar Tage vorher eingepackt habe, keine Nachweise über meine Einkünfte und Ausgaben, sondern nur irgendwelche Briefe aus meinem Aktenordner waren. Peinlich... wer weiß, was ich mir beim Einpacken gedacht habe, offensichtlich nicht besonders viel.

Nach meinem letzten Eintrag habe ich mit meiner Freundin auf Einladung von meinem Onkel ein luxuriöses Wochenende in München verbracht. Gutes Essen, die Familie treffen, Übernachtung im 5*-Superior Hotel ...
Eine willkommene Ablenkung, bevor es am 12.04.2010 die nächste Dosis ABVD gab. Erst wurde aber noch ein Herz-Echo gemacht, Doxorubicin ("Red Death") bricht gelegentlich Herzen und weil ich dicke Beine und hohen Blutdruck hatte, wollte meine Ärztin sichergehen, dass mein Herz noch nicht gebrochen ist.
Das Herz-Echo wird übrigens im Allgemeinen nicht durch die Speiseröhre gemacht, sondern anscheinend nur, wenn auf dem "von außen" gemachten Herz-Ultraschall irgendwas verdächtig scheint... ich hatte mir schon Sorgen gemacht.
Der Kardiologe hat mir übrigens Komplimente für mein "schönes Herz" und meine schlanke Gestalt gemacht - nach seiner Aussage haben seine Patienten sonst mindestens 20kg Übergewicht. Na da ging's mir aber gut!

Die Tage nach der Chemo waren unschön, Übelkeit und Kopfschmerzen haben sich etwas länger gehalten als letztes Mal. Samstag ging es wieder gut, abends wurde gegrillt und Sonntag haben wir mit den Nichten und Neffen (3, 8 und 8 Jahre) von meiner Freundin Drachen steigen lassen.

Freitag, 9. April 2010

Update...

Ich habe gerade festgestellt, dass sich mein letzter Eintrag etwas negativ liest. Inhaltlich ist das zwar alles richtig, aber es ist nicht so dramatisch, wie man vermuten könnte, die Stimmung ist (heute) gut, ich habe (im Moment) keine Schmerzen und die dicken Beine merke ich nur wenn ich still stehe - und das sollte man ja sowieso tunlichst unterlassen!
Gestern war tatsächlich ein ziemlich antriebsloser Tag, ab und zu fühle ich mich, als hätte ich das Fatigue-Syndrom, an anderen Tagen (z.B. heute) fühl ich mich richtig motiviert irgendetwas sinnvolles zu tun. Allerdings vergeht zwischen dem Gedanken und der Tat trotzdem meistens noch 'ne Menge Zeit... an schlechten Tagen sitz ich 20 Minuten in der Dusche und lass mir Wasser über den Rücken laufen, bevor ich mich dann aufraffe, mich mal einzuseifen. Und genau so saß ich gestern auch am Schreibtisch in meinem bequemen Sessel, hab mich stundenlang sinnlos durchs Internet geklickt und mir fest vorgenommen, dann aber bald mal aufzustehen!

Mittwoch, 7. April 2010

Chemo, Zyklus3, Woche1-2

Am 29.03.2010 ging es los, mal was neues, was ausgeflipptes probieren... Früh morgens im Krankenhaus angekommen, wurde ich erstmal zum EKG geschickt - habe ich zwar erst vor fünf Tagen gemacht, macht mir aber nix, beim EKG lieg ich sowieso nur rum. Außerdem habe ich gehofft, wieder einen Bonbon von der gut gelaunten Schwester vom letzten Mal zu bekommen... aber weit gefehlt, eine ruppige ältere Dame hat mich wortlos abgefertigt, da war ich ganz froh, wieder bei meinen gut gelaunten Schwestern in der Ambulanz zu landen.

Die nächsten Zyklen werden mit ABVD durchgeführt, eine neue Chemo mit teilweise anderen Präparaten, laut einer Schwester wird ABVD nicht besonders gut vertragen, "Spuck und Sprudel werden Ihre besten Freunde sein" wurde mir gesagt. Derart motiviert ging es los, ein leuchtend rotes und ein lichtempfindliches Präparat in Schutzhülle waren die Highlights, die meiste Zeit habe ich wieder geschlafen.
Das leuchtend rote Präparat ist Doxorubicin (wird als Adriamycin verkauft), trägt den Beinamen "Red Devil" oder "Red Death" und kostet ca. $1,1mio  pro kg.
Entgegen der Ankündigungen habe ich in den 9 Tagen seit der Chemo diverse Nebenwirkungen gehabt, aber Erbrechen und Durchfall waren nicht dabei. Nebenwirkungen waren bei mir: Übelkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Antriebslosigkeit, dicke Beine, taube Lippen, Schmerzen in den Armbeugen.

Sonntag, 7. März 2010

Chemo, Zyklus1, Tag18-21

Tag21 (Sonntag) - GLATZE!!!

Morgens habe ich mir von der Freundin den Hinterkopf rasieren lassen - damit der alte Schädel endlich wieder einen einheitlichen Look hat. Den Tag hab ich mit Mütze, Schal und Decke auf dem Sofa verbracht, damit der Schnupfen bis Morgen zur Chemo etwas nachlässt.
Keine Schmerzen, nur Schnupfen und Müdigkeit.
Morgen früh geht's zur Chemo, nachmittags werde ich völlig breit rumliegen und abends werde ich wieder kotzend im Bad hängen... na wenn das kein Grund zur Vorfreude ist.

Tag19-20 (Freitag, Samstag) - Besuch aus der Heimat

Mein großer Bruder und meine Schwester haben mich besucht, die Nadl war auch nur ein paar Stunden da, die meiste Zeit haben wir Rayman Raving Rabbids TV-Party gespielt - anstrengend, aber lustig!
Samstag haben wir noch einen kurzen Ausflug zu den Greifensteinen im Erzgebirge gemacht. Die Stufen auf die Aussichtsplattform habe ich mit Müh' und Not geschafft, und lang sind wir nicht draußen geblieben, weil es kalt und windig war - trotzdem gut, mal wieder ein bisschen raus zu kommen. Auf dem Rückweg haben wir einen kurzen Stopp bei der Familie von meiner Freundin gemacht, Kuchen essen und die kleinen Nichten und Neffen mit meiner neuen Frisur erschrecken - gute Sache!

Tag18 (Donnerstag) - ...müde

Geschlafen... Ich habe mir eine ziemlich heftige Erkältung eingefangen, die ich bis Montag zur nächsten Runde der Chemo wieder loswerden muss - deswegen musste ich die letzten Tage zuhause verbringen. Zum Glück hatte ich noch eine Simpsons-Staffel auf DVD, die ich noch nicht gesehen habe - das hat mich ein paar Stunden beschäftigt.

Mittwoch, 3. März 2010

Chemo, Zyklus1, Tag16-17

Tag17 (Mittwoch) - Rumhängen und Rest-Haare raufen

Keine Schmerzen mehr, dafür fühl ich mich nach wie vor sehr zittrig. Beim Duschen heute morgen war das Wasser voll mit Haaren, der Blick in den Spiegel danach zeigte das ganze Ausmaß des Verfalls - ich seh aus wie ein halb-gerupftes Huhn (wie gut, dass ich schon eine neue Mütze habe!).
Nachdem mir eine Hodgkin-Überlebende erzählt hat, dass sie während der Chemo auch ständig nur Hunger hatte und jede Menge zugenommen hat, habe ich erstmal aufgehört, nur mit Butter und Sahne zu kochen. Heute gab's Gemüse und Reis, mit Kokosmilch und Zitrone, etwas indisch gewürzt - macht garantiert kein Sodbrennen.

Tag16 (Dienstag) - Bluttest und Lymphomsch(m)erz

Nach dem anstrengenden Tag gestern mit Schule UND Mütze kaufen, bin ich morgens kaum aus dem Bett gekommen. Um 8:30h war ich im Krankenhaus, bin im Wartezimmer ständig eingeschlafen und bei jedem Schritt hab ich mich gefühlt, als hätte ich am ganzen Körper Muskelkater - einfach nur ein paar Schritte zu laufen war gestern anstrengender, als vor einem halben Jahr mit 20kg Gepäck 10 Stunden durch die schottischen Highlands zu wandern.
Mittags musste ich ein zweites Mal ins Krankenhaus zur Auswertung des Bluttests, alles im grünen Bereich, ziemlich niedriger Hämoglobin-Wert, was auch die Müdigkeit erklärt. Dann gabs noch die Einladung, am nächsten Montag einen zweiten Zyklus BEACOPP eskaliert zu vernaschen, was ich natürlich gerne angenommen habe. Den Rest vom Tag habe ich mich an Lymphomschmerzen erfreut (ständiges Ziehen und Stechen hinter dem Brustbein), ist zwar unangenehm, laut meiner Onkologin aber ein gutes Zeichen - der Tumor (die Sau) wird angegriffen!

Montag, 1. März 2010

Chemo, Zyklus1, Tag15

Es geht los, heute in der Schule rieselten plötzlich die Haare auf's Papier... obwohl ich wusste, dass das passiert, war ich im ersten Moment etwas erschrocken - jetzt ist es quasi offensichtlich und nicht mehr zu leugnen, dass ich krank bin.

Nach der Schule wurde noch eine neue Mütze gekauft - die alte flog hier seit Jahren ungenutzt rum und fing jetzt bei der ungewohnten Belastung an, sich aufzulösen. Es ist gar nicht so einfach, im März noch eine halbwegs tragbare Mütze zu finden, aber ich bin ganz zufrieden!
Gerade habe ich dann noch angefangen, mir den Kopf zu rasieren, war aber eine Schnapsidee - mit einem Einwegrasierer ist mir das zu mühsam. Jetzt seh ich halt etwas unfertig auf dem Kopf aus (sieht aber keiner, wegen der neuen Mütze).

p.s. Hab schlimmes Sodbrennen, weil ich von dem Cortison ständig Heißhunger habe (mal abgesehen davon, dass ich sowieso schon immer gerne viel gegessen habe)... hat jemand gute Tipps gegen Sodbrennen?

Samstag, 27. Februar 2010

Chemo, Zyklus1, Tag11-13

Tag13 (Samstag)
Freundin musste um 5:00h aus dem Haus, kurz danach setzen die angekündigten Knochenschmerzen (Nebenwirkung der Neupogen) ein. Still liegen ist am besten, dann merkt man fast nichts davon und bis zum Mittag waren die Schmerzen fast wieder verschwunden.

Tag12 (Freitag)
Aufgewacht, schwach, müde, etc. - Ohrenschmerzen sind immernoch da. Zu hause geblieben, geschlafen, Resident Evil 4 auf der WII gespielt (früher waren Shooter auf der Konsole ein Krampf, mit der WII-Steuerung kommt wirklich gutes Lightgun-Feeling auf!).
Nachmittags Pfannkuchen mit Pilzrahmsauce gemacht, mit Sahne, Butter, Käse und noch etwas Butter - den restlichen Pfannkuchenteig mit Orangenschokolade gemischt, einen passenden Nachtisch mit viel Kalorien bei geringem Aufwand.
Abends die letzte Neupogen-Spritze selber gesetzt, weil die Freundin schon eingeschlafen war.

Tag11 (Donnerstag)
Aufgewacht, schwach, müde, zittrig, Mund tut weh, Ohrenschmerzen, Laune ist schlecht. Tabletten genommen, Laune ist immer noch schlecht. Auf 12:30h in die Schule gefahren, Klausur geschrieben - lief ganz gut, Laune ist besser, wieder nach hause gefahren. Komischerweise war ich trotz schlechter Vorbereitung vor der Klausur kein bisschen aufgeregt und hinterher vollauf zufrieden mit dem, was ich geschrieben habe... da verschieben sich durch den Krebs anscheinend gerade meine Prioritäten, bzw. bin ich nicht mehr gewillt, mich über "Nebensächlichkeiten" aufzuregen.
Ich benutze jetzt mehrmals täglich Ampho-Moronal und bilde mir ein, dass sich mein Mund damit besser anfühlt.
Ich hoffe mal, dass ich mir keine Mittelohrentzündung geholt habe, im Unterricht saß ich die letzten zwei Tage ohne Mütze und auch nachts habe ich Mütze und Schal nicht getragen, vielleicht war das etwas riskant.
Nachmittags habe ich Grießbrei gekocht und mich etwas geärgert, dass ich bisher für 0,69€ die unglaublich leckeren Grießtöpfli von Emmi gekauft habe, wenn ich für ein paar cent in 10Minuten einen fast genauso leckeren Grießbrei in rauhen Mengen selber herstellen kann. Dazu Pfirsiche aus der Dose, lecker, "weich" und sehr angenehm bei kaputter Schleimhaut.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Chemo, Zyklus1, Tag10

Mehr Nebenwirkungen! Meine Mundschleimhaut ist von der Chemo ziemlich mitgenommen, Schmerzen/Brennen beim Essen, trinken, Zähne putzen sind die Folge...
Die Chemo greift sich teilende Zellen an, die Schleimhäute regenerieren sich ständig also werden sie auch angegriffen.

Vorsicht also vor:
  • Scharfkantigem Essen - knuspriges tut weh!
  • Getränke mit Kohlensäure - tun auch weh!
  • stark gewürztem Essen, Chilli, Curry, etc. 
  • saurem Essen (vor allem Tomatensoße/-suppe!)
  • saurem Obst, Citrusfrüchten
  • heißem Essen/Trinken 
  • Alkohol (auch in Mundwasser!) 
Gut geeignet sind:
  • Salbeitee, Kamillentee
  • Mundspülen mit Salzwasser (1TL Salz auf 500ml Wasser)
  • Milch, Joghurt, etc
  • Milchspeisen, Grießbrei, etc.
  • mildes Obst - Melone, Pfirsich, etc.
  • Kompott
  • Püree
  • milde Säfte (nicht Apfel, Orange)

p.s. Unsere Nintendo Wii ist endlich "gehackt" - yay!

Samstag, 20. Februar 2010

Chemo, Zyklus1, Tag4-6

BEACOPP (eskaliert)
  • Natulan (Procarbacin) 100mg/m²
  • Decortin (Prednisolon) 40mg/m²
Ab Donnerstag musste ich nur noch Tabletten nehmen, das Natulan verursacht bei mir zwar eine ständige, ganz leichte Übelkeit, aber wirklich so minimal, dass ich mir davon weder Stimmung, noch Appetit verderben lasse. Außerdem bin ich seit ein paar Tagen etwas heiser, was wohl damit zu tun haben kann, dass die Schleimhäute ebenfalls unter der Chemo leiden.

Donnerstag abends haben wir uns mit ein paar Freunden getroffen, zum gemeinsamen Abendessen und der Planung des Kinoprogramms für den März.
Zu Essen gab es Soljanka, die mir sehr gut geschmeckt, und Schweißausbrüche beschert hat - später habe ich dann im Internet gelesen, dass Procarbacin und Salami (und viele andere Lebensmittel, Link klicken und unter "Interaktionen" nachlesen) nicht gut zusammenwirken und zu "Bluthochdruckkrisen" führen können. Anschließend haben wir meinen Schwager, seine Frau und ihr erstes Kind besucht, eine Spieluhr überreicht und bis 0:30h Karten gespielt ("...bis ich noch eine Runde gewonnen habe!").
Freitags wurde in Ruhe eingekauft, gekocht (leckere Sahnesoße, Speck ansetzen für die Chemo - wenn ich weiter so wenig Nebenwirkungen habe, wird das nichts mit der Strandfigur!), nachmittags haben wir meinen alten Nachbarn mog aus dem Studentenwohnheim und seine Freundin in ihrer neuen (sehr schicken) Wohnung besucht. Muffins gegessen, Pizza gegessen, Eis gegessen, Wii gespielt, über Resident Evil 4 gegruselt ... sehr lustiger Abend!
Heute abend gehen wir essen, 4-jähriges Jubiläum feiern! Tisch ist schon reserviert.

p.s. die graue Perücke hat mir den Spitznamen "George Clooney" eingebracht, was ich sehr passend fand!

Chemo, Zyklus1, Tag2-3

BEACOPP (eskaliert)

  • Etoposid 200mg/m²
  • Natulan (Procarbazin) 100mg/m²
  • Prednisolon 40mg/m²
  • Kevatril
Die sehr freundlichen und charmanten Schwestern in der Tagesklinik hatten mir freigestellt, ob ich mir wieder gleich morgens, oder erst mittags meine nächsten Infusionen abhole, also habe ich entschieden mich nach dem morgendlichen Natulan-Weckruf um 6:00h nochmal umzudrehen und auszuschlafen. Sonst wäre ich nach 6-7 Stunden Schlaf völlig ausgeschlafen, aber zur Zeit kann ich auch gut 10 oder mehr Stunden schlafen.
Nach einem kleinen Frühstück und der 12:00h-Natulan ging es dann also ins Krankenhaus, die Nadel wurde gelegt und das Kevatril (gegen die Übelkeit, Wirkstoff Granisetron, Antiemetikum) tröpfelte mir in die Vene. Als das Etoposid angeschlossen wurde, hatte ich wieder einen etwas ekligen, chemischen Geschmack im Mund, der aber schnell wieder verschwunden war (und mit Kaugummi auch kaum auffiel) und nach ca. 90 Minuten war ich fertig und konnte wieder nach hause.
Auf dem Heimweg haben wir noch Döner, bzw. Burger gekauft (schnell noch was essen, bevor die Übelkeit wieder einsetzt) und den Rest des Tages habe ich mit relativ leichten Nebenwirkungen verbracht - eine ganz leichte Übelkeit kam dann doch noch irgendwann und ich fühlte mich immer etwas matt und unmotiviert. Mittwoch abend konnte ich mich aber noch zu einem kurzen Spaziergang im Wald vor unserer Haustür aufraffen - eine gute Idee, war zwar schrecklich anstrengend, aber die Bewegung tut gut.

p.s. ich teste zur Zeit sämtliche Faschingsperücken von meiner Freundin.

Dienstag, 16. Februar 2010

Chemo, Zyklus1, Tag1

BEACOPP (eskaliert)
  • Cyclophosphamid 1250mg/m²
  • Doxorubicin 35mg/m²
  • Etoposid 200mg/m²
  • Natulan 100mg/m²
  • Prednisolon 40mg/m²
  • Uromitexan
  • Kevatril
(Die Dosierung ist auf die Körperoberfläche in m² bezogen)
Los ging's früh um 9:00h, gegen 14:00h war ich mit der letzten Infusion fertig. Direkt nach der letzten Infusion fühlte ich mich etwas langsam, wie nach einer durchfeierten Nacht nur ohne Übelkeit und Kopfschmerzen. Zwei Stunden später war ich innerhalb von Minuten total breit und müde, gegen 17:30h bin ich eingeschlafen, um 18:30h wieder aufgewacht, weil das Telefon geklingelt hat... anfangs leichte Kopfschmerzen und eine sehr leichte Übelkeit wurden immer stärker, bis ich um 21:00h alles wieder rausgekotzt habe, was ich im Laufe des Tages gegessen habe. Um 22:00h, 2:00h und 6:00h klingelte jeweils der Wecker, um mich an meine Natulan-Kapseln zu erinnern.
Davon abgesehen habe ich gut geschlafen und fühle mich jetzt gesund und munter, in 2 Stunden geht's ins Krankenhaus, um mir die nächste Infusion abzuholen - heute gibts nur eine, da wird hoffentlich die Übelkeit nicht ganz so krass.