Posts mit dem Label thrombose werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label thrombose werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 14. Juli 2010

Der Platz wird knapp...

Als ich mir vor wenigen Stunden die 44. Spritze zur Blutverdünnung (Enoxaparin) in den Bauch setzen wollte, musste ich feststellen, dass die Möglichkeiten zum stechen langsam knapp wird. Zwischen den ganzen Blutergüssen (in allen Größen und Farben von angestochenen Blutgefäßen) und Verhärtungen nimmt noch eine Blinddarm-OP-Narbe und ein großes Muttermal wertvollen Platz weg - vielleicht sollte ich ein paar Tage auf Flanken und Oberschenkel ausweichen.

p.s. für alle die geschätzten Besucher, die den MS Internet Explorer nutzen - hier gibt es einen guten Browser.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Disziplin ... und Exzesse

Vor einem Monat wurde ich mit Thrombose aus dem Krankenhaus entlassen ...
Am Entlassungstag fing das jährliche Open Air "meines" Studentenclubs an, drei Tage Kino, bis spät in die Nacht aufräumen und hinterher den Erfolg zusammen begießen... eine Woche später: Sommerfest an der Uni, an Wochenenden mit Freunden gefeiert, geraucht und getrunken, WM - Siege und Niederlagen sämtlicher Mannschaften gefeiert...
Abgesehen von den zwei Spritzen täglich ging es mir so gut wie seit vier Monaten nicht mehr. Keine Müdigkeit, keine Übelkeit, keine Schmerzen, kein rumhängen im Bad und auf's Kotzen warten. Da muss man ja übermütig werden. Ich bin ziemlich übermütig geworden.
Es waren etwa zwei Wochen und ich habe die Exzesse genossen... seit dem bin ich wieder schrecklich vernünftig, kein Alkohol, gesundes Essen, mäßige Bewegung, viel Lernen... wie langweilig!

p.s. ich habe trotzdem meinen Spass! :)

Dienstag, 29. Juni 2010

Strahlender Sonnenschein...

Selbst im grauen Chemnitz herrscht strahlender Sonnenschein!
Heute morgen ging's zur Auswertung ins Krankenhaus, alles ok. Meine Ärztin ist aus dem Urlaub zurück und hat mir erstmal einen riesen Schreck eingejagt, als sie in ihren Zetteln rumstocherte und sagte "jaaaaa... und dann haben wir hier noch etwas im CT entdeckt... das war wohl eher ein Zufallsfund, aber gut, dass es entdeckt wurde..." - mir wurde schon etwas flau im Magen und ich dachte "oh jemine, wo haben sie jetzt Metastasen entdeckt", bis sie dann auf den Punkt kam und mir sagte, dass in meiner Lunge kleine kugelförmige Thromben gefunden wurden.
Tief durchatmen, wusste ich doch schon lang...
Also dann, weiter geht's mit der Bestrahlung in 10-14 Tagen, bis dahin sollte sich die Radiologie bei mir melden und alles weitere mit mir klären.
Nach der Strahlentherapie (voraussichtlich 30Gy an 15 Behandlungstagen in 3 Wochen, wie von der GHSG empfohlen) werde ich von Clexane-Spritzen auf Falithrom-Tabletten umgestellt, um mein Blut weiterhin schön flüssig zu halten. Außerdem wird nach der Bestrahlung nochmal per Dopplerultraschall nach der Thrombose im Bein geschaut und CT oder so steht dann sicher auch irgendwann wieder an...
Erstmal ist mein primäres Ziel jetzt, bis zum Beginn der Bestrahlung meine Erkältung loszuwerden... und Anatomie zu lernen.

Samstag, 26. Juni 2010

verrücktes Zeug!

Dienstag hat mir eine freundliche Ärztin erzählt, dass in meiner Lunge irgendwas Thrombosen-ähnliches gefunden wurde - vermutlich aber nichts arg schlimmes, weil wenn's schlimm wäre, hätte ich Schmerzen, Atemnot und/oder Schwindelgefühl.
Mittwoch bin ich früh aufgewacht und dachte "komisch, ich krieg nicht genug Luft" - also hab ich mehrmals tief Luft geholt. Es kam aber nicht das Gefühl, das man normalerweise hat, wenn man Luft holt und wieder Sauerstoff ins Blut kommt, sondern es fühlte sich eher an, als würde ich die Luft anhalten. Eine immer drängendere, unangenehme Beklemmung... ich habe schon überlegt, Liese (Freundin) zu wecken, damit sie mich schnell ins Krankenhaus fährt, mir wurde auch langsam ziemlich schwindelig.
Um nicht in Panik zu geraten wollte, habe ich mich hingesetzt und langsam über das Problem nachgedacht - mit dem Ergebnis, dass ich mir eigentlich ziemlich sicher war, dass die Auswirkung einer Thrombose nicht dann auftritt, wenn man von der Thrombose weiß, sondern dann, wenn die Thrombose auftritt. Seitdem kann ich ohne Probleme atmen und wenn man nicht ständig übertrieben tief Luft holt, wird einem auch nicht schwindelig.
Verrücktes, psychogenes Zeug - ähnlich wie die Übelkeit vor der Chemo, die plötzlich weg war, als die Chemo verschoben werden musste.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Thrombosen!

Dienstag (22.06.2010) war mal wieder großes Restaging angesagt, um herauszufinden, wieviel Tumor noch übrig ist und wieviel Bestrahlung ich dann irgendwann bekomme. D.h. früh um 7:30h antreten zum Blut abnehmen und dann die große Runde durch's Krankenhaus drehen - Ultraschall von oben (Hals) bis unten (Leiste), CT (Brust und Bauch) und EKG.

Vorläufiges Ergebnis der ganzen Tour: Der Tumor sieht ganz gut aus, die Ärztin schien zufrieden zu sein, die Lymphknoten, die per Ultraschall geprüft wurden sehen alle normal aus, aber in der Lunge wurde wohl sowas wie eine kleine Thrombose entdeckt. Die Ärztin meinte, wenn es schlimm wäre, hätte ich das gemerkt (Luftnot, Schmerzen, Schwindel, etc.). Jetzt wurde erstmal wieder die Zahl der blutverdünnenden Spritzen verdoppelt (jetzt wieder 2x tägl.) und man hofft, dass sich der Thrombus so wieder auflöst.

Die genauen Ergebnisse der Untersuchung, vor allem, wie das Lymphom jetzt genau aussieht und was davon noch übrig ist, bekomme ich nächsten Dienstag, bei der ausführlichen Auswertung. Bis dahin ist dann auch meine geschätzte Onkologin aus dem Urlaub zurück.

Freitag, 11. Juni 2010

Ironie?

Die Chemo ist beendet und die Haare wachsen wieder... und was lese ich bei meinem Enoxaparin (zur Blutverdünnung) als Nebenwirkung? - Natürlich Haarausfall!
Zum Glück steht Haarausfall nur in der Kategorie "sehr seltene Nebenwirkungen" (weniger als einer in 10.000 Patienten betroffen), zusammen mit Blutungen mit tödlichem Ausgang und Dauererektion, ich hoffe mal, dass ich von allen drei verschont bleibe!

Dienstag, 8. Juni 2010

Thrombose

Am 27.05. ging es los, dass ich beim Laufen und beim Strecken des linken Beins starke Schmerzen hatte. Das ganze fühlte sich an wie ein Krampf, der nicht mehr verschwindet - weil ich im Laufe der Chemo schon öfter mal länger dauernde Krämpfe in sämtlichen Muskelgruppen hatte, dachte ich mir nichts böses, habe Magnesiumbrause getrunken und abgewartet.
Beim sonntäglichen Besuch bei der Schwiegermutter (und Hausärztin) wurde das immernoch stark schmerzende Bein vorgeführt und die Schwiegermutter hat festgestellt, dass die linke Wade ca. 4cm dicker als die rechte war - sie hat mich sofort ins Krankenhaus geschickt, weil sie schon eine Thrombose vermutete. In der Notaufnahme wurde ich sehr freundlich empfangen, anscheinend war am Sonntag Abend nichts los, jedenfalls kümmerten sich in der halben Stunde 2 Ärzte und 3 PflegerInnen um mein Bein, bevor ich dann in die stationäre Abteilung von meiner altbekannten Krebs-Station gebracht wurde.
Am Montag wurde nochmal per Doppler-Sonographie (läuft wie eine ganz normale Ultraschalluntersuchung ab - eine der angenehmeren Untersuchungen!) bestätigt, dass ich tatsächlich eine tiefe Beinvenenthrombose habe. Das heißt, dass in einer tiefer gelegenen Beinvene ein Blutgerinnsel sitzt, das dafür sorgt, dass weniger Blut durch die Vene fließt. Das Blut wird gestaut und weicht durch die oberflächlicheren Venen aus, wodurch diese geweitet werden können und es kann zur Bildung von Krampfadern kommen.
Das ist erstmal nicht arg schlimm, ich bekomme jetzt jeden Tag eine Spritze zur Blutverdünnung, wodurch der Thrombus wieder abgebaut werden soll, und muss außerdem Kompressionsstrümpfe tragen, um die Krampfadern zu verhindern.

Nachtrag: Weil keiner so recht wusste, wieso ich mit meinen mehr oder weniger knackigen 26 Lenzen schon eine Thrombose habe (der Chefarzt war sich relativ sicher, dass es nicht an einer Schwangerschaft liegen kann), muss die Ursache natürlich auch erstmal geklärt werden, bevor es mit der eigentlichen Tumorbekämpfung weitergehen kann. Wenn das so weitergeht, werden wir dieses Jahr nicht mehr fertig!